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Eine Reise durch die Zeit

Die Geschichte von Kliewe Reisen

Ursprung der Idee

Johann Kliewe war von Beruf Wagenbauer und verfügte dadurch schon früh über ein eigenes Automobil. Was zunächst vor allem für den privaten Gebrauch gedacht war, wurde schnell auch im Umfeld geschätzt: Er nahm Nachbarn, Freunde und Bekannte mit, etwa zur Kirche oder zu gesellschaftlichen Anlässen wie Kaffeekränzchen.

Aus diesen regelmäßigen Fahrten entstand nach und nach mehr als nur eine Gefälligkeit. Die Idee nahm Form an, Menschen nicht nur gelegentlich, sondern organisiert und zuverlässig zu befördern und einen gewerblichen Omnibusbetrieb zu gründen.

Gründung

1927

Am 1. April 1927 wird der Omnibusbetrieb von Johann Kliewe offiziell gegründet. Damit wird aus einer gewachsenen Idee ein fester Bestandteil des regionalen Verkehrs.

Der erste eingesetzte Bus, ein Brennabor-Bus, bietet Platz für 18 Personen und ist auf dem historischen Foto zu sehen. Mit 18 PS verkehrt er auf der Linie 901 zwischen Lemgo und Almena. Eine Verbindung, die bis heute Bestand hat: Auch heute noch wird diese Linie von Kliewe-Reisen bedient.

Lemgoer Reise-Express

1935

Im Jahr 1935 erweitert Johann Kliewe seinen Fuhrpark um einen besonderen Bus: einen Luxusbus, den er „Lemgoer Reise-Express“ nennt. Er steht für den wachsenden Anspruch des Unternehmens und den Wunsch, Reisen komfortabler zu gestalten.

Nach dem Tod von Johann Kliewe im Jahr 1937 übernimmt sein Sohn Hans Kliewe den Betrieb. Doch die Entwicklung wird jäh unterbrochen: 1941 muss Hans zurück an die Kriegsfront und auch der „Lemgoer Reise-Express“ bleibt davon nicht verschont. Der Bus wird eingezogen und für den Transport von Soldaten eingesetzt. Weder Hans Kliewe noch das Fahrzeug kehren nach Lemgo zurück.

Später wird der Bus auf Korfu gesehen, wo er weiterhin im Kriegseinsatz ist. Viele Jahre später, in den 2000er-Jahren, führt auch eine Reise von Oliver Kliewe nach Korfu, um Reisegäste sicher dorthin- und wieder zurückzubringen. Nachforschungen zum „Lemgoer Reise-Express“ werden dabei nicht weiter verfolgt, doch die Geschichte bleibt ein eindrucksvolles Kapitel der Unternehmenshistorie.

Wiederaufbau des Unternehmens

ab 1955

Nach dem Krieg muss das Unternehmen unter veränderten Bedingungen weitergeführt werden. In dieser Situation übernehmen Hans Kliewes Ehefrau Frieda und ihre Schwiegermutter Emilie Kliewe, die Ehefrau des Firmengründers Johann Kliewe, die Verantwortung für den Betrieb. Unterstützt werden sie dabei von Gottfried Kliewe.

In einer Zeit des Umbruchs und der Neuorientierung beginnen sie zunächst mit einem Taxiunternehmen, um den Fortbestand zu sichern. Schritt für Schritt entsteht daraus wieder ein Omnibusbetrieb. Das abgebildete Foto zeigt den ersten Bus, der nach der Wiederaufnahme des Omnibusbetriebs eingesetzt wird.

Bau der Bushalle

1980

Im Jahr 1966 übernehmen die Söhne Manfred und Hans-Jürgen Kliewe den Omnibusbetrieb und führen die nächste Generation des Unternehmens ein. Mit dem weiteren Wachstum entsteht 1980 der neue Betriebsstandort am Liemer Weg in Lemgo. Hier wird die Grundlage für die zukünftige Entwicklung geschaffen. Bis heute befindet sich dort der Unternehmenssitz – ein Standort, der seit Jahrzehnten für Kontinuität und Verlässlichkeit steht.

Mannschafts­bus des TBV Lemgo

ab 2000

Kliewe-Reisen beförderte nicht nur seine Reisekundschaft durch Europa, sondern ist über viele Jahre auch für den Mannschaftstransport des TBV Lemgo verantwortlich und begleitet das Team zuverlässig zu Spielen und Terminen.

Kliewe-Reisen heute

2026

Heute wird das Unternehmen Kliewe-Reisen in der vierten Generation von Oliver Kliewe und seiner Frau Doris Kliewe geführt. Mit großem Verantwortungsbewusstsein führen sie die lange Tradition des Omnibusbetriebs fort und verbinden dabei Bewährtes mit den Anforderungen der heutigen Zeit.

Auch die nachfolgenden Generationen sind eng mit dem Unternehmen verbunden. Kinder und Enkelkinder wachsen mit der Geschichte von Kliewe-Reisen auf und begleiten deren Fortführung.

So bleibt das Unternehmen bis heute das, was es seit jeher geprägt hat: ein Familienbetrieb mit starker Verwurzelung und dem Blick nach vorn.